
Norwegen hat angekündigt, im Jahr 2026 1,2 Milliarden norwegische Kronen, rund 110 Millionen Euro, für die Entwicklung und Beschaffung von Marinedrohnen für die Ukraine bereitzustellen. Die Mittel werden über das Nansen-Programm zur Verfügung gestellt, Norwegens wichtigste Unterstützungsstruktur für Kiew seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion.
Die Ankündigung erfolgte nach einem Treffen zwischen dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky während des Gipfels der nordischen und baltischen Staaten in Tallinn.

Nach Angaben der norwegischen Regierung werden Unternehmen aus Norwegen und der Ukraine an der Produktion und Lieferung der unbemannten maritimen Plattformen beteiligt sein. Die Initiative soll die norwegische Erfahrung im maritimen Sektor mit dem Wissen verbinden, das die Ukraine durch den operativen Einsatz von Marinedrohnen während des Krieges erworben hat.
Støre erklärte, die maritime Industrie Norwegens gehöre zu den fortschrittlichsten der Welt, und diese Fähigkeit müsse zur Unterstützung der ukrainischen Verteidigung genutzt werden. Der Ministerpräsident hob außerdem hervor, dass die Ukraine bereits die Wirksamkeit von Marinedrohnen bei Aufklärungsmissionen, offensiven Operationen und beim Schutz vor russischen Angriffen bewiesen habe.
Eines der zentralen Ziele des neuen Pakets wird es sein, die Sicherheit der ukrainischen Seeexporte über das Schwarze Meer zu stärken. Die Route bleibt entscheidend für die Wirtschaft der Ukraine sowie für die internationale Versorgung mit Getreide und anderen landwirtschaftlichen Produkten.
Der ukrainische Seekorridor im Schwarzen Meer ist seit September 2023 in Betrieb. Seitdem sollen rund 200 Millionen Tonnen Fracht über diese Route transportiert worden sein, davon mehr als die Hälfte landwirtschaftliche Produkte. In den vergangenen Monaten warnten Kiew und seine Partner jedoch vor einer Zunahme russischer Angriffe auf zivile Schiffe und Hafeninfrastruktur.
In diesem Zusammenhang dürfte sich die industrielle Zusammenarbeit zwischen Norwegen und der Ukraine auf die Entwicklung neuer unbemannter Überwasserplattformen konzentrieren, die in einem Umfeld ständiger Bedrohung operieren können. Die Systeme können für unterschiedliche Missionen konfiguriert werden, darunter Überwachung, maritimer Schutz, Waffeneinsatz und Unterstützung beim Start unbemannter Luftfahrzeuge.
Norwegen und das Vereinigte Königreich führen die Maritime Capability Coalition zur Unterstützung der Ukraine an. Seit der Gründung der Initiative im Jahr 2023 setzt sich Oslo dafür ein, seine marine- und industriebezogene Erfahrung zu nutzen, um die ukrainische Marine zu stärken und die Fähigkeiten Kiews im Schwarzen Meer auszubauen.

Im Rahmen der neuen Finanzierung will die norwegische Regierung die Lieferung von bis zu 200 unbemannten Schiffen bis Ende 2026 ermöglichen. Die Plattformen sollen je nach operativem Bedarf der Ukraine in unterschiedlichen Konfigurationen produziert werden.
Der norwegische Verteidigungsminister Tore O. Sandvik erklärte, die Zusammenarbeit werde auch interne Auswirkungen für Oslo haben. Ihm zufolge werde die Partnerschaft mit der Ukraine dazu beitragen, norwegische Militärangehörige und Fachkräfte auf die künftige Integration von Marinedrohnen in das langfristige Entwicklungsprogramm der Königlich Norwegischen Marine vorzubereiten.

Separat erinnerte die norwegische Regierung daran, dass das Parlament des Landes die Fortsetzung der Militärhilfe für die Ukraine im Jahr 2026 im Wert von 70 Milliarden norwegischen Kronen unterstützt hat. Die Mittel des Nansen-Programms werden in Abstimmung mit den ukrainischen Behörden verteilt, wobei Bereiche priorisiert werden, die als besonders wirkungsvoll für die Verteidigung des Landes gelten.
Quelle und Bilder: Regjeringen. | Telegram @SBUkr. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft
